An den Wein
Wein, wenn ich dich jetzo trinke,
Wenn ich dich als Jüngling trinke,
Sollst du mich in allen Sachen
Dreist und klug, beherzt und weise,
Mir zum Nutz und dir zum Preise,
Kurz, zu einem Alten machen.
Wein, werd ich dich künftig trinken,
Werd ich dich als Alter trinken,
Sollst du mich geneigt zum Lachen,
Unbesorgt für Tod und Lügen,
Dir zum Ruhm, mir zum Vergnügen,
Kurz, zu einem Jüngling machen.
Die Sparsamkeit
Von nun an muß ich sparsam werden.
Warum denn das? Der Wein schlägt auf.
So geht's, das Beste dieser Erden
Erhält man nur durch teuren Kauf.
Wer pocht? Ei, der verwünschte Schneider
Macht mich fast durch sein Mahnen toll.
Da seht die Menschenliebe! Leider,
Daß man doch stets bezahlen soll.
„Beliebet morgen einzusprechen;
Die Wechsel laufen später ein."
Er geht? Geh! Geh! nun kann ich zechen.
Seht! Seht! so muß man sparsam sein.
Lied aus dem Spanischen
Gestern liebt ich,
Heute leid ich,
Morgen sterb ich —
Dennoch denk ich
Heut und morgen
Gern an gestern
Eine Gesundheit
Trinket, Brüder, laßt uns trinken,
Bis wir berauscht zu Boden sinken;
Doch bittet Gott den Herren,
Daß Könige nicht trinken*.
Denn da sie unberauscht
Die halbe Welt zerstören,
Was würden sie nicht tun,
Wenn sie betrunken wären?